
Am Klettersteig ist es zweckmäßig sich mit einer Anseilkombination, bestehend aus Hüft- und Brustgurt oder mit einem Kombigurt anzuseilen. Ein Brustgurt allein reicht nicht aus. Das Sichern mit einem Brustgurt allein führt beim Sturz zu Verletzungen der Wirbelsäule und Quetschungen des Oberkörpers. Eine alleinige Sicherung mit dem Hüftgurt führt beim Tragen von Rucksäcken ebenfalls zu Rückratsverletzungen. Brust- und Hüftgurt werden mit einem Achterband verbunden.
Zur Sicherung am Klettersteig ist weiterhin eine Klettersteigbremse notwendig.
Was ist eine Klettersteigbremse?
Eine Klettersteigbremse besteht aus einer Bremsplatte und den Sicherungsseilen, die durch die Bremsplatte gefädelt sind.
Warum eine Klettersteigbremse am Klettersteig?
Die Klettersteigbremse nimmt die Sturzenergie auf und schützt vor schweren Verletzungen. Im Falle eines Sturzes beschleunigt der Körper in Fallrichtung. Beim alpinen Klettern wird der Kletterer durch die Verwendung von dynamischen (elastischen) Seilen gedämpft abgefangen. So ein dynamische Seil kann man sich wie ein Gummiband vorstellen. Je länger es ist, desto dehnbarer ist es. D.h. je länger das ausgegebene Seil (Länge Fixpunkt bis Kletterer) ist, desto weicher fällt der Kletterer ins Seil.
Im Klettersteig werden zwar ebenfalls dynamische Seile verwendet. Aber mit einer Länge von ca. 1 m sind sie zu kurz um eine abfedernde Wirkung zu entwickeln. Verschärfend kommt hinzu, dass ein Stürzender im Klettersteig bis zu 5 m nach unten fallen kann, ehe die Karabiner Halt finden. Nach einem weiteren Meter wird erst der Körper gebremst. Dabei tritt ein sehr hoher Fangstoß auf. Fangstoß ist die Stoßkraft, die beim Abbremsen auf die gesamte Sicherungskette (Karabiner, Seil, Knoten, Gurt,) und den Körper wirkt. Je ruckartiger, desto größer der Fangstoß. Ohne ein dynamisches Abbremsen eines oben beschriebenen Sturzes, würde der Fangstoß solche Spitzen erreichen, dass Seil, Karabiner, oder Sicherungsgurte reisen. Falls bei kleineren Stürzen die Sicherungskette dennoch standhalten sollte, wirkt die Fallenergie ungemindert auf den Körper ein. Schon kleine Sturzhöhen hätten schwerste bis tödliche Verletzungen zur Folge. Einen ungebremsten Sturz kann man sich so vorstellen als würde man in ein Drahtseil springen. Um einen Sturz gebremst abzufangen ist eine Klettersteigbremse unbedingt notwendig. Sie reduziert den Fangstoß und vermindert dadurch das Verletzungsrisiko.
Der Höhenglücksteig verläuft meist relativ waagrecht. Dadurch sind die Sturzhöhen relativ klein und infolgedessen wird diese Gefahr meist unterschätzt.
Nach Stürzen sollten Klettersteigbremsen gemäß den Herstellerangaben ausgetauscht werden. Achtung: Bremsplatte und Seil müssen aufeinander abgestimmt sein damit eine angemessene Bremswirkung entwickelt wird. D.h. nur im Set Kaufen.
Typen von Klettersteigbremse?
Es gibt zwei verschiedene Typen von Klettersteigbremsen. Die sogenannte V-Form und die Y-Form.
Die herkömmliche V-Form ist einfacher gehalten. Jedoch darf jeweils nur ein Karabiner im Drahtseil eingehängt sein, damit ihre Wirkung zur Geltung kommt. Der andere Karabiner muss in eine Materialschlaufe gehängt werde. Damit wird das Handling umständlicher und erhöht die Absturzgefahr. Es besteht Absturzgefahr, wenn der eine eingehängte Karabiner im Sturzfall bricht.
Die Y-Form besitzt eine Weiche nach der Bremsplatte. Diese Weiche soll durch das "Y" symbolisch verdeutlicht werden. Sie hat den großen Vorteil, dass stets beide Karabiner eingehängt bleiben können, und die Bremswirkung dadurch nicht aufgehoben wird. Daher erhöht sich die Sicherheit (Redundanz) im Falle eines Karabinerbruchs. Damit jene Redundanz (doppelte Sicherheit) voll zur Geltung kommt, sollte ein Sicherungsseil ca. 5 cm länger als das andere sein.
Die Y-Form ist der V-Form wegen der größeren Sicherheit vorzuziehen. Derzeit kommen immer wieder neue Ausführungen mit dem Ziel, die Sicherheit weiterhin zu erhöhen auf den Markt. Nutzen sie die Beratung in einschlägigen Fachgeschäften für Ihre optimale Sicherheit.
Die Knoten sind beim Kauf oft nicht festgezogen. Dadurch besteht Absturzrisiko. Knoten also immer erst ganz festziehen! Sie auch unten unter Gefahren am Klettersteig: Knoten. Vernähte Schlingen sind aus diesen Gründen geknoteten vorzuziehen.
Am Klettersteig sind spezielle Karabiner mit selbsttätiger Verschlusssicherung und einer größeren Öffnung zweckmäßig. Die selbsttätige Verschlusssicherung ist einfacher zu bedienen, als Schraub- bzw. Twistlock-Verschlüsse. Eine Verschlusssicherung ist unerlässlich um gefährliche Schnapper-Offen-Stellungen im Sturzfall zu vermeiden. Durch ruck-artige Kräfte, kann sich der Schnapper für eine sehr kurze Zeit öffnen. Mit geöffnetem Schnapper sind die Bruchkräfte eines Karabiners erheblich geringer, als mit geschlossenem (z.B.:11kN statt 30kN). Dies kann einen Karabinerbruch zur Folge haben. Derzeit weißt die am einfachsten zu bedienende Verschlusssicherung der ATTAC-Karabiner von SALEWA auf.
Ähnlich katastrophal auf die Bruchfestigkeit von Karabinern wirken sich Querbelastungen aus. Um Querbelastungen zu vermeiden sollte der Karabiner im Knoten fixiert sein. Manch Karabiner sind z.B. zu diesem Zweck mit Drahtbügel oder ausgerüstet. Andernfalls kann man die Karabiner mit einem Gummiband fixieren, so dass sie nicht verrutschen.
Die Verschlusssicherung, das Fixieren der Karabiner und die Klettersteigbremse mit Y-Form bieten mehr Sicherheit bei Sturzbelastungen, den Karabiner können immer noch brechen.
Am Höhenglücksteig trifft man zumeist auf Bergsportfreunde ohne Helm. Das Gehen ohne Helm erhöht das Risiko. Der Helm vermindert nicht nur Kopfverletzungen beim Sturz, sondern er schützt auch vor herabfallenden Steinen. Die Chancen im Klettersteig einem herabfallendem Stein auszuweichen, vorausgesetzt man sieht ihn herabfallen, sind sehr gering.
Klettersteige sind mit Drahtseilen versichert, die auch zum festhalten und fortbewegen benutzt werden. Zum Schutz der Hände vor z.B. hervorstehenden Drahtstücken ist es sehr ratsam Handschuhe zu tragen, obwohl die Drahtseile am Höhenglücksteig in einem hervorragendem Zustand sind.
Dazu eignen sich preisgünstige Fahrrad- oder Arbeitshandschuhe besonders gut.
Zum Begehen des Klettersteigs sind am besten feste Bergschuhe mit Gummiprofilsole und hohem Schaft geeignet. Bergschuhe anzuziehen empfiehlt sich schon deshalb, weil zwischen den einzelnen Teilstücken des Steiges rutschige Pfade zurückgelegt werden müssen, die gutes Schuhwerk erfordern.
Gerade nach Regenfällen sind die Chancen besonders gut, Wetten zu gewinnen, in denen es darum geht, dass jedes Gruppenmitglied mindestens einmal ausrutschen wird.
Das ist ein Geheimtipp. Man befestigt mit einem Ankerstich eine Bandschlinge (0,6 m) im Anseilpunkt am Hüftgurt. In diese hängt man einen HMS-Karabiner ein. Befindet man sich in einer kraftraubenden Stelle, z.B. im 3. Teil des Höhenglücksteiges, so kann man sich in den Sitzgurt setzen und sich ein paar Minuten ausruhen, wenn man den HMS-Karabiner ins Drahtseil einhängt. So kann ein Sturz aus Kraftmangel verhindert werden. Auch bei (angeblichem und echtem) Stau im Klettersteig sehr hilfreich.
Die Standschlinge darf auf keinem Fall dazu benutz werden, Klettersteigabschnitte zu betreten die einen körperlich überfordern.
Die Prusiktechnik ist ein Selbstrettungsverfahren. Sie ermöglicht einen Aufstieg am Seil. Sie kann hilfreich sein, wenn man ins Seil gefallen ist und keinen Tritt oder Griff findet um wieder ans Drahtseil hochsteigen zu können. Dann kann man mit Hilfe der Prusiktechnik am Sicherungsseil hochsteigen. Man benötigt dazu zwei Prusikschlingen (Durchmesser 5mm, 1m und 4m) und einen Leichtmetallkarabiner. Nur unter fachkundiger Aufsicht erlernen.
In jedem Rucksack sollte Erste-Hilfe-Material zur Notfallversorgung mitgeführt werden. Die Versorgung in den ersten Minuten entscheidet oft über die bleibenden Folgen einer Verletzung. Zur fachgerechten Erstversorgung ist das sichere Beherrschen von Sofortmaßnahmen unerlässlich. Trotz optimaler organisatorischer und technischer Voraussetzungen vergehen wertvolle Minuten bis die Bergwacht am Unfallort eintrifft. Sehr gute Dienste kann auch ein Handy leisten mit dem Hilfe angefordert werden kann. Bergwacht Notrufnummer am Höhenglücksteig 09152/8821.